Ohne Flüssigkeit kann niemand überleben! Auch der Motor eines Bikes benötigt sein Elixier, um mit Kraft und Freude seine Arbeit verrichten zu können. Dabei spielen gezielt auf ihren Einsatzbereich ausgerichtete Ölsorten eine gewichtige Rolle.

Das beginnt beim Motoröl, das auf die hohen Drehzahlen eines Motorradmotors zugeschnitten sein muss - hier wird den Ölmolekülen sozusagen das Rennen beigebracht. Die regelmäßige Kontrolle des Ölstands am Schauglas oder Peilstab gehört zum Motorradalltag. Zudem muss der Schmierstoff nach einer gewissen Zeit und Laufleistung gewechselt werden, um optimale Schmierung zu garantieren. Parallel dazu tauscht man den Ölfilter gleich mit. Wird ein Motorrad in den Winterschlaf geschickt, sind Öl- und Filterwechsel ohnehin obligatorisch. Verbrennungsrückstände im gealterten Schmierstoff können nämlich zur Korrosion von Motorinnereien führen. Feind Rost lauert überall!

Vor jedem Ölwechsel sollte der Motor grundsätzlich warmgefahren werden. Erwärmtes Öl ist dünnflüssiger und fließt daher besser ab. Anschließend wird die Ablassschraube gelöst (Achtung: heiß! – Schutzhandschuhe sind angesagt) – der schwarzgefärbte Saft wird in eine dafür geeignete Wanne abgelassen und anschließend umweltgerecht entsorgt. Alle Stellen, die frisches Öl verkaufen, müssen übrigens auch die gleiche Menge Altöl kostenlos für diesen Zweck zurücknehmen.

Für den Wechsel des Ölfilters sollte zuerst das Handbuch des Bikes zu Rate gezogen werden. In vielen Fällen sind die Motorrad-Ölfilter mit den gleichen Spezialschlüsseln wie die für Autofilter zu lösen, teils liegen diese auch hinter Motordeckeln versteckt. Wenn alles wieder montiert ist, die vorgeschriebene Menge (Handbuch!) neues Öl am Einfüllstutzen einschenken und bei gerade stehendem Motorrad über das Schauglas oder den Peilstab kontrollieren. Nach einem kurzen Probelauf des Motors den Ölstand nochmals checken, da erst alle Kammern im Motor gefüllt werden müssen und so der Ölstand nach dem ersten Start nochmals spürbar sinken kann.

Öl kommt auch an anderen Stellen im Motorrad zum Einsatz. So etwa bei der Telegabel vorn, wo es nicht nur Schmierungs-, sondern vor allem Dämpfungsaufgaben übernimmt. Bei einigen Young- und Oldtimern ist außerdem das Getriebe vom Motor abgeschottet, hier kommt spezielles Getriebeöl zum Einsatz. Gleiches gilt für Kardanantriebe, deren Lager, Wellen und Gelenke ebenfalls mit Öl geschmiert werden wollen.

Genauere Aussagen über Wechselintervalle und Füllmengen stehen in der Bedienungsanleitung. Natürlich kann man den Ölwechsel auch einfach vom Händler in der Werkstatt oder an der Tankstelle machen lassen. Für manche Arbeiten benötigt man Spezialwerkzeug und Fachkenntnis. In allen Fällen ist Öl das Elixier, das die Bauteile bis zum Rentenalter pflegt und am Leben erhält.