"Geteilte Freude ist doppelte Freude" ... und doppelte Verantwortung !

Schließlich beweist der/die Beifahrer/in sehr viel Vertrauen, sich hinten drauf zu hocken. Wer dieses Vertrauen nicht aufs Spiel setzen will, muss schon so fahren, wie es Sozius oder Sozia richtig finden. Dem Beifahrer durch besonders "sportliche" Fahrweise imponieren zu wollen, löst fast immer eine "Vertrauenskrise" aus und bewirkt das genaue Gegenteil dessen, was der Fahrer/die Fahrerin beabsichtigt hat.

Beifahrer/in vor der Fahrt einweisen :

Grundsätzlich sollten Fahrer/in und Beifahrer/in eine Einheit bilden. Das geht am besten, wenn der/die Beifahrer/in eng an den/die Fahrer/in heranrückt und seine Hände an dessen/deren Hüften legt - besser noch ihm/ihr um die Hüften faßt. So kann er/sie ... sich beim Beschleunigen festhalten,... sich beim Bremsen schnell zusätzlich am Tank abstützen,... beim Kurvenfahren leicht die gleiche Schräglage wie der/die Fahrer/in einnehmen. Solange der/die Fahrer/in auf der Maschine sitzt, behält der/die Beifahrer/in seine/ihre Füße auf den Fußrasten - auch an der Ampel oder im Stau. Die Deutung von Klopfzeichen erspart sich, wer in eine Gegensprechanlage investiert.

Maschine optimal vorbereiten :

Das zulässige Gesamtgewicht (siehe Fahrzeugschein) ist beim Fahren mit Sozius/a und Gepäck schnell erreicht. Nötigenfalls wiegen. Die Federbeine an die Zuladung anpassen: Einstellung der Federbasis und Zugstufendämpfung. Luftdruck am Hinterrad um 0,2 bar erhöhen. Eventuell Scheinwerfereinstellung korrigieren.

Mit geändertem Fahrverhalten rechnen :

Wer nur einen leistungsschwache Maschine bewegt, muß mit längeren Überholwegen rechnen. Das Leistungsgewicht wird halt ungünstiger. Mehr Masse macht die Maschine träger bei plötzlichen Ausweichbewegungen. Sie federt stärker ein, selbst wenn die Federn stärker vorgespannt wurden, und setzt in Kurven früher auf. Auch die Bremswege werden meist länger, weil der Bremsdruck ungewohnt stark sein muß. Vorausgesetzt, das zulässige Gesamtgewicht und damit die Leistungsfähigkeit der Bremsanlage wurde nicht überschritten, können theoretisch fast genauso kurze Bremswege erreicht werden wie mit der Solo-Maschine.

Quelle : Broschüre des Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V.

Mit Papa sicher auf zwei Rädern

Wie man den Nachwuchs sicher im Auto unterbringt, ist allgemein bekannt und bedarf meist keiner besonderen Aufklärung. Da ist die Frage, wie man seinen Sprössling sicher mit dem Scooter zur Schule bringt, schon ein wenig komplizierter zu beantworten.

Rechtliches :

Der Gesetzgeber hält für diesen eher ungewöhnlichen Fall den Paragraphen 35a mit dem Absatz 9 der StVO bereit. Danach müssen Kinder unter sieben Jahren einen besonderen Sitz haben, der sicherstellt, daß die Beine nicht in die Räder geraten und die Füße sicher untergebracht sind; ebenso muss eine Festhaltemöglichkeit vorhanden sein. Ab sieben Jahren genügen dann die üblichen Soziusfeatures wie Fußstützen und Haltegriff. In jedem Fall müssen die Füße ganz sicher auf den Stützen stehen.

Für verantwortungsbewusste Eltern spielt jedoch zusätzlich die körperliche und geistige Reife ihres Sprösslings eine ganz entscheidende Rolle.

Grundsätzliches :

Es gibt einiges zu beachten, bevor man mit dem Kinde auf große Fahrt geht : Dank des stetigen Wachstums der Zubehörbranche gibt es inzwischen eine umfangreiches Angebot an Motorradkleidung für Kinder. Schutzkleidung für Kinder muss - neben dem Sicherheitsaspekt - warmhalten, da ihre Körper schneller auskühlen als die von Erwachsenen.

War es in der Vergangenheit noch äußerst schwierig, für den Nachwuchs die passende Schutzkleidung zu finden, gibt es heute speziell für Kinder Kombis, Stiefel, Handschuhe und natürlich Helme sogar in der Größe XXXS. Ab 100 Euro,- ist schon ein guter Helm zu haben. Wasserdichte Kombianzüge sind ab 70 Euro,- im Angebot. Grundsätzlich können sich die Kinder genauso sicher kleiden wie Papa oder Mama. Wichtig : Niemals Kinder mit einfacher Kunststoffkleidung o.ä. auf dem Motorroller mitnehmen. Dieses Material kann sich im Falle eines Sturzes auf Grund der entstehenden Reibungshitze in die Haut einbrennen.

Einen sicheren Kindersitz mit TÜV - Gutachten für Kinder, deren Füße nicht auf die Rasten oder Fußablagen reichen, gibt es im Motorradhandel für ca. 150 Euro. Damit kann man theoretisch schon Kleinstkinder im Alter von 2 1/2 Jahren mitnehmen. Es gibt hiergegen jedoch aus medizinischer Sicht Bedenken, da die Nackenmuskeln der Kleinen für das Tragen von Helmen meist noch zu schwach sind. Deshalb sollte man auch von längeren Fahrten mit kleineren Kindern absehen, da die Belastungen einfach zu groß sind. Auch sollte man immer genügend Pausen einlegen.

Bedenke auch :

Kinder wollen sich mitteilen; erzählen was sie gerade gesehen haben oder einfach mitteilen : .. ich muss mal. Die Anschaffung einer Gegensprechanlage ist deshalb empfehlenswert.

Fahrverhalten :

Aber auch der perfekteste Sitz oder die beste Schutzkleidung darf nichts am besonnen Handeln des Fahrers mit einem Kind hintendrauf ändern. Der / die kleine Sozius / Sozia sollte z.B. vorab genau wissen, was bei Kurvenfahrten in Schräglage passiert und wie er /sie sich zu (ver-) halten hat. Man sollte es in jedem Fall ruhig angehen lassen und mit dem Gasgriff vorsichtig umgehen. Immer daran denken, dass bei einem Kind die Konzentration viel schneller nachlässt, als bei einem Erwachsenen. Sie müssen sich erst an das neue Fahrgefühl gewöhnen und auch bei einem guten Feeling im Bauch ist immer mit einem Fehlverhalten zu rechnen. Der beste Freund könnte beispielsweise am Straßenrand winken und schon ist es mit dem Festhalten bei Papa vorbei. Eine kräftige Beschleunigung in diesem Augenblick könnte zum Runterfallen führen. Am besten klärt man seinen Nachwuchs vor der Fahrt über alle Gefahren auf. Anschließend sollte man zum Eingewöhnen einige Proberunden auf einem leeren Parkplatz drehen. Wenn sich das Kind dann sicher fühlt, kann es mit der Tour losgehen.

Fazit :

Kleinstkindern ist das Vergnügen auf zwei Rädern lieber zu verwehren. Reichen die Füße dann aber auf die Stützen, und ist das richtige Soziusverhalten ausreichend geübt, steht der Fahrt zur Schule eigentlich nichts mehr im Wege.