Die Grüne Versicherungskarte gehört bei jeder Reise ins Ausland ins Reisegepäck. Kraftfahrer sollten sich rechtzeitig vor dem Start bei den Versicherungen das kostenlose und in der Regel kurzfristig erhältliche Dokument beschaffen. So vermeiden sie im Ausland nicht nur im Schadensfalle, sondern auch bei Routinekontrollen unliebsame Überraschungen. Die Grüne Karte ist der Versicherungsnachweis für den internationalen Kraftverkehr. Sie enthält wichtige Daten über Fahrzeug, Halter, und dessen Versicherung und ist kostenlos bei Ihrem Kfz-Haftpflichtversicherer erhältlich.

 

Heute ist die Grüne Karte, die auf ein Abkommen aus dem Jahre 1949 zurückgeht, in vielen Ländern Europas nicht mehr zwingend erforderlich. Seit 1974 gilt das so genannte "Kennzeichenabkommen". Hiernach gilt statt der Grünen Karte das amtliche Kennzeichen des Wagens als alleiniger Versicherungsnachweis.

Tipp :Trotzdem ist es ratsam, die Grüne Karte immer dabei zu haben. Sie enthält alle wichtigen Daten, die man bei einem Unfall notieren muss, und - auf der Rückseite - die Anschriften der Grüne-Karte-Büros, an die sich der Geschädigte wenden kann. Die Abwicklung eines Schadens wird dadurch erheblich leichter.

In Polen beispielsweise wird die Vergesslichkeit der Verkehrsteilnehmer streng geahndet: Stellen die polnischen Behörden fest, dass die grüne Karte fehlt, fallen eine Pflichtgebühr von ca. 650,- Euro, eine Geldstrafe von bis zu 100,- Euro und die Kosten einer zusätzlichen Haftpflichtversicherung für Polen an. Wird nicht sofort bezahlt, können außerdem der Fahrzeugschein eingezogen und das Kraftfahrzeug zu einem bewachten Parkplatz abgeschleppt werden. Die von den Betroffenen zu entrichtenden Abschlepp- und Parkkosten schmälern die Reisekasse zusätzlich.

Letzte Chance an der Grenze

Deutsche Kraftfahrer können Unannehmlichkeiten und finanzielle Konsequenzen im Ausland jedoch auf einfache Weise selbst vermeiden. Wer die Grüne Versicherungskarte tatsächlich einmal vergessen hat, kann in der Regel selbst unmittelbar an der Grenze noch eine Zusatzversicherung abschließen

In diesen Fällen hilft die Grüne Karte weiter

Im Ausland

Sie sind im Ausland unterwegs und verursachen selber einen Unfall. Die Grüne Karte dient Ihnen als Nachweis Ihres Versicherungsschutzes. Der Fahrer, den Sie geschädigt haben, kann sich die Daten Ihrer Grünen Karte notieren und sich an das Grüne-Karte-Büro im Unfall-Land wenden. Eine Übersicht dieser Büros finden Sie auf der Rückseite der Grünen Karte.

In Deutschland

Sie werden in Deutschland in einen Unfall verwickelt und geschädigt - und das Auto des Unfallverursachers ist im Ausland, zum Beispiel in Holland, zugelassen. Fragen Sie nach der Grünen Karte des Unfallverursachers und notieren Sie alle Daten. Hat der Unfallverursacher keine Grüne Karte, notieren Sie:

  • Amtliches Kennzeichen des Fahrzeugs
  • Marke,Typ und Farbe des Fahrzeugs
  • Name und Anschrift des Fahrers
  • Versicherungsgesellschaft und Nummer des Versicherungsscheins
  • Ort und Zeitpunkt des Unfalls
  • Namen und Anschriften evtl. Zeugen

Wenden Sie sich dann sofort an das Deutsche Büro Grüne Karte in Hamburg. Dies beauftragt ein Versicherungsunternehmen, das den Schaden nach deutschem Recht reguliert.

Bei Rechtsstreit

Das Grüne Karte Büro hilft auch, wenn es nach einem Unfall zu erfolglosen Bemühungen um Schadenersatz kommt und der Geschädigte nicht über eine Rechtsschutzversicherung verfügt. Vorausetzung ist, der Unfall ereignete sich in der Europäischen Union, Liechtenstein, Norwegen, Kroatien, Slowenien, Ungarn oder in der Schweiz. Das Büro Grüne Karte hilft bei der Ermittlung des zuständigen ausländischen Haftpflichtversicherers und des Kfz-Halters, bei der Beschaffung polizeilicher Ermittlungsakten und medizinischer oder technischer Gutachten. Je nach Aufwand kostet der Service zwischen 30 und 90 Euro.

  • Deutsches Büro Grüne Karte
  • Postfach 10 14 02
  • 20009 Hamburg
  • Tel.: (040) 33 44 0-0
  • Fax: (0 40) 33 44 04 0-70 40
  • Link: www.gruene-karte.de
  • Quelle : GDV

In welchen Ländern muss die Grüne Karte mitgeführt werden?

Nicht erforderlich ist die Grüne Karte dort, wo das Kennzeichenabkommen gilt: Deutschland, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, Irland, Großbritannien, Schweden, Dänemark, Finnland, Österreich (= EU-Mitglieder), Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Tschechische Republik, Slowenische Republik, Slowakei, Ungarn. Hier gilt statt der Grünen Karte das amtliche Kennzeichen des Wagens als alleiniger Versicherungsnachweis.

Vorgeschrieben ist die Grüne Karte bei Reisen in folgende Länder: Albanien, Andorra, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Iran, Irak, Israel, Jugoslawien, Kroatien, Lettland Malta, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Polen, Rumänien, Tunesien, Türkei, Ukraine, Zypern.

Empfehlenswert ist die Mitführung der Grünen Karte Fahrten in die Tschechische Republik und nach Italien - hier fordert die Polizei nach Unfällen immer wieder die Grüne Karte.

 

Quelle:Motorradinfo.de