Los geht es in Füssen. Bayerns höchste Stadt (803 m). Als Panoramaroute führt die B 16 aus Füssen hinaus in Richtung Norden. Sanfte Kurven, jede Menge Ausblicke nach rechts auf den Foggensee. Etwas weiter hinten erkennt man Schloss Neuschwanstein vor der tollen Kulisse der Ammergauer Alpen. Schon der Start dieser Tour – ein echter Hit.

In Roßhaupten biegen wir rechts ab und folgen der Ausschilderung Halblech/Steingaden. Diese Straße, die nun kurvenreich um das nördliche Ufer des Forggensees herumführt, toppt das vorangegangene Stück locker. Alle paar hundert Meter tut sich ein neuer, schöner Blick auf den See und die dahinter liegenden Berge auf. Wie kleine Fjorde schieben sich Seitenarme des Sees zwischen die Allgäuer Hügel. Ein Tipp: Kurz bevor wir das Ufer verlassen, taucht auf der rechten Straßenseite ein Parkplatz auf. Dort unbedingt anhalten und ein Foto machen.

An der B 17 angelangt, biegen wir zunächst nach Halblech und dort gleich wieder nach Lechbruck ab. So viel Lech auf einmal kann nur bedeuten, dass der Fluss in unmittelbarer Nähe ist. Und richtig – die Route folgt nun bis Lechbruck dem Lauf des Wassers. In Lechbruck überquert eine malerische Brücke den Fluss, dann geht es wie gewohnt weiter zur B 16 nach Roßhaupten.

Der Ausschilderung Seeg folgend, durchqueren wir auf einer wenig befahrenden Straße ein typisches Stück Alpenvorland. Schöne Dörfer, Kirchtürme, Almen, Weiden und braune Kühe. Eigentlich betreten wir die deutschen Voralpen – Nesselwang - durch die Hintertür. Im Gegensatz zur von Kempten kommende Tour ist diese Zufahrt weit weniger befahren und lässt etwas mehr Muße aufkommen. Dann geht es raus auf die Rennbahn und einige Serpentinen aus Nesselwang hinaus. Nur von oben bietet sich ein einzigartiger Blick auf den Ort Nesselwang.

Entlang des Grüntensees fahren wir nun auf den Wintersportort Wertach zu. Hinter Wertach klinken wir uns in die Bundesstraße 310 ein und schwingen auf diese perfekt ausgebaute Straße in Richtung Hindelang. Und jetzt Achtung: Das Alpenvorland ist abrupt zu Ende und die richtigen Alpen liegen vor uns. Zügig zieht die Maschine durch die weiten Kehren und lässt die Hochgebirgslandschaft schnell näher kommen.

In Oberjoch blinken wir links und fahren ins Tannheimer Tal. Ein Tal wie aus dem Urlaubsprospekt. Mit satten grünen Wiesen, die bis ganz oben dicht unter die Felsen reichen. Besonders genüsslich kann man das Tannheimer Tal auf der Nebenstraße erleben, die parallel zur Hauptstraße verläuft.

Das kleine Engetal ist der Zugang nach Pfronten. Es empfängt seine Besucher mit dem Schild: Vorsicht freilaufende Kühe. Ein Schild das man beachten sollte. Also, einen Gang zurückschalten und dieses heile Stück Landschaft in vollen Zügen genießen.

Herrliche Kurven führen hinab nach Pfronten. Mal weit, mal eng, mal übersichtlich, mal blind. Eine astreine Mischung, die den Hunger nach Schräglagen voll und ganz stillt. Pfronten ist eine Alpengemeinde wie jede andere auch.. Ganz hübsch, aber lange nicht so überragend, wie es in manchen Reiseführern steht.

Das folgende Stück nach Reutte ist nicht gerade eine Motorradstrecke. Eher eine Verbindungsetappe. Breiter, glatter Asphalt. Genauso geht es hinter Reutte noch ein paar Kilometer weiter. Dann die Erlösung: Heiterwang und sein Tal. Wunderschön liegt der kleine Ort zwischen hoch aufragenden Bergwänden. Unzählige Hütten und Heuschober stehen verstreut auf den Wiesen.

In Lermoos nehmen wir den Abzweig nach Garmisch-Partenkirchen. Hier ändert sich der Fahrstil schlagartig, ein Kurventanz entlang des Flüsschens Loisach folgt. Vor lauter Schalten, Gasgeben und Bremsen verpassen wir fast den Ort Ehrwald. Was schade wäre. Denn vor uns tut sich ein großes Alpenpanorama auf: Das Zugspitz-Massiv. Die Zugspitze ist mit 2962 Meter der höchste Berg Deutschlands.

Entlang der Loisach schwingen wir zügig durch die eleganten Kurven, bis das Ortsschild Garmisch-Patenkirchen vorüberfliegt. Im Zentrum stehen mehrere schöne Cafés für eine Pause bereit.

Hinter Garmisch wartet linker Hand der Abzweig nach Ettal und Linderhof. Eine kurze Etappe durch eine Schlucht folgt. Maximale Kurvendichte. Deshalb dieses Stück möglichst ohne träumenden Vordermann passieren.

Die nächsten Kilometer sind wieder ein Genus: Es gilt, die exzellenten Kurven der schmalen Straße nach Füssen in Schräglage umzumünzen. Der Asphalt ist mitunter etwas holperig und sorgt dafür, dass die Konzentration nie nachlässt.

  • Länge: ca. 240 Kilometer
  • Charakter: Als perfekte Mischung aus Fahrspaß und Landschaftsgenuß ist diese Tour eine echte Empfehlung für Fahrer jeglichen Könnens. Wegen ihrer Länge und ihrer vielen Kurven erfordert sie jedoch eine gute Kondition.
  • Dauer: Tagestour
  • Top-Ausblick: Das Zugspitzen-Massiv von Ehrwald aus.
  • Pausentipp: Die Käserei in Grän.

Quelle: rukka