Motorrad fahren in Deutschlands schönster Seenlandschaft

Haben Sie ein Faible für Wasser? Für lauschige Seeufer, für romantische Kanäle, für grüne Flussauen? Das alles inmitten einer großartigen Waldlandschaft, die manchmal an Südfrankreich erinnert? Dann sind Sie an der Mecklenburger Seenplatte genau richtig. Die größte zusammenhängende Seenlandschaft Mitteleuropas wartet mit rund 1.000 großen und kleinen Gewässern auf. Sie sind verbunden durch reizvolle Sträßchen, deren motorradspezifische Merkmale die geringe Verkehrs- und hohe Kurvendichte sind. Also nichts wie auf zu einer Runde durch die Mecklenburger Seenplatte.

Startort zu unserer zirka 140 Kilometer langen Tour ist Waren. Waren sie schon einmal in Waren ? Glanzlicht des Tors zum Müritz Nationalpark sind seine hübschen Fachwerkhäuser, seine beiden Kirchen sowie das Müritzmuseum mit Tiergarten und Aquarium. Wir verlassen Waren und den Warener See Richtung Norden auf leicht geschwungenem Asphalt. Hohe Kiefern säumen die Route und vesetzen uns mit ihrem Duft nach Südfrankreich, woran auch der raue Belag der Straße erinnert. Hinter Alt Schönau rechts ab, kurz hinter Deven auf der B 194 nach links Richtung Jürgenstorf. Schloss Kittendorf fliegt vorüber. Die 1848 erbaute Anlage beherbergt heute ein Hotel.

In Jürgenstorf Blinker links. Die Route schlägt jetzt einen weiten Bogen und gelangt über Demzin nach Malchin. Und auch hier gehört der Stopp zur Pflicht. Nicht nur wegen des hübschen Malchiner Stadtkerns mit seinem Rathaus und den beiden Stadttoren, sondern vor allem wegen der mächtigen Backsteinkirche St. Maria und Johannis. Wer Lust hat, kann den 67 Meter hohen Turm besteigen. Malchin liegt übrigens äußerst reizvoll zwischen dem Malchiner und dem Kummerower See, mit denen die Stadt über Kanäle verbunden ist. Rechts ab fahren wir auf der B 104 nach Stravenhagen. Gerade Streckenführung, gepflegter Belag, motorradfahrerisch nichts Aufregendes. Stavenhagen, das sich nach dem hier geborenen nen sozial kritischen Mundartdichter Fritz Reu- "Reuterstadt" nennt, besitzt einen schönen alten Kern mit einem Schloss und viel historischer Bausubstanz. Beim Bummel zu Fuß begegnet man überall Fritz Reuter - als Figur oder im Museum.

Auf der Weiterfahrt nach Altentreptow fliegt Schloss Ivenach vorbei. Ein kurzer Halt? Wieso nicht. Lohnt sich auf jeden Fall. Die herrliche dreiflügelige Anlage erhielt ihr Gesicht im 19. Jahrhundert, als ihr Park im Stil englischer Landschaftsparks angelegt wurde. Über Zwiedorf und Reinberg gelangen wir anschließend nach Altentreptow hinein. Das mittelalterliche Städtchen glänzt mit einer sehr gut erhaltenen Ringbefestigung. Ein Spaziergang durch den komplett renovierten historischen Kern nimmt den Besucher mit ins Mittelalter. In einigem Abstand zum Fluss Tollense rollen wir südwärts. Kleine verträumte Straßen mit weiten Bögen durchziehen diesen Teil der Mecklenburger Seenplatte. Wie gemacht fürs genüssliche Dahingleiten im Motorradsattel. Dann Neubrandenburg . Das optische Glanzlicht dieser Tour.

Die wunderschöne mittelalterliche Stadt verfügt über eine komplett erhaltene Ringmauer, in die vier Stadttore und 27 Wiekhäuser integriert sind. Neubrandenburg überstand zwar den Zweiten Weltkrieg so gut wie unbeschadet, wurde jedoch nach der Einnahme durch die Russen von diesen zu 80 Prozent zerstört. Nach dem Krieg baute man Neubrandenburg wieder originalgetreu auf, und inzwischen denkt niemand mehr daran, dass hier alles einmal in Schutt und Asche lag. Für die Weiterfahrt umgehen wir die Bundesstraße 192 und nehmen stattdessen das Landsträßchen unter die Räder, das über Chemnitz und Lapitz nach Penzlin mit seiner schönen Burg führt. Die Schlussetappe unserer Tour führt wieder über die bequeme B 192 und ihre lang gezogenen Kurven nach Waren zurück.

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